Grundbetrags-Erhöhung ab dem 1. Januar 2023

Wie viele von Euch schon gehört haben, wird der Grundbetrag für Beschäftigte in Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM) ab dem 1. Januar 2023 um 17 Euro auf insgesamt 126 Euro erhöht.
Es sind neu weitere 7 Euro dazu gekommen.

Warum ist das so?

Und warum ist das gar nicht so gut, wie es auf den ersten Blick erscheint?

Grundsätzlich arbeiten wir in den Werkstätten solidarisch.
Das bedeutet, dass wir unsere Kollegen unterstützen, die aufgrund ihrer Erkrankung oder Behinderung nicht so viel der schnell arbeiten können. Eine gute Sache.

Unser aller Bezahlung ist aber in verschiedene Punkte aufgeteilt.
Ein Punkt ist der so genannte Grundbetrag.
Dieser ist gesetzlich durch unsere Bundesregierung an das Ausbildungsgeld gekoppelt.
Das bedeutet, dass wir Menschen mit Behinderung auch mehr Geld bekommen, wenn zum Beispiel Auszubildende auch im Berufs-Bildungs-Bereich mehr Geld bekommen durch das BAföG.
Was eigentlich ein guter Gedanke ist, bringt aber auf den zweiten Blick ein Problem mit sich.

Die Erhöhung vom Grundbetrag in der Werkstatt gilt für alle Beschäftigten.
Die die viel Arbeiten und die die nicht so viel arbeiten können. Grundsätzlich also eine faire Geschichte.
ABER:
Die Werkstätten erwirtschaften dadurch nicht mehr Geld und müssen trotzdem diese Erhöhung an uns zahlen.
Das kann nur dadurch geschehen, dass das Geld an anderer Stelle eingespart wird.
Da aber die Werkstätten alle Gewinne für uns Menschen mit Behinderung aufwenden müssen,
gibt es logischerweise auch nur die einzige Möglichkeit Geld zu einzusparen.
Bei uns.

Das bedeutet, dass die schwächeren Beschäftigten und die Menschen in den Berufs-Bildungs-Bereichen mehr Geld bekommen,
während die Menschen, die mehr Leistung erbringen können, Kürzungen in Kauf nehmen müssen.
Der solidarische Gedanke ist auf keinen Fall in Frage zu stellen, jedoch erweckt diese Situation auch Neid und macht unzufrieden.
Das ist absolut natürlich und verständlich.

Wir von der LAG Werkstatträte NRW haben dazu eine Stellungnahme an die Regierung geschrieben.

Hier betonen wir, dass es grundsätzlich eine gute Idee ist uns Menschen mit Behinderung mit der mehr Geld unterstützen zu wollen.
Aber wir sagen auch ganz klar, dass diese Grundbetrags-Erhöhung nicht bei allen Menschen in der Werkstatt ankommt.
Wir benötigen Unterstützung durch den Bund oder die Länder, da die Werkstätten diese Erhöhung nicht ohne Einschränkungen leisten können.

Das ist eine Forderung an die Regierung aus unserem Positions-Papier Arm trotz Arbeit:
Wir fordern, dass jetzt das Arbeitsförderungsgeld von 52 Euro auf 177 Euro erhöht werden soll.
Das bedeutet:
Der gesamte Grundbetrag von bald 126 Euro pro Monat plus die 52 Euro vom jetzigen Arbeitsförderungsgeld werden vom Staat übernommen.
Zusätzlich soll die Begrenzung von 299 Euro bei der Auszahlung des Arbeitsförderungsgeldes aufgehoben werden.
Das hat zur Folge, dass die Werkstätten einen höheren Steigerungsbetrag auszahlen können.

Hier findet ihr unser komplettes Positions-Papier Arm trotz Arbeit von der LAG Werkstatträte NRW.

Diese wichtige Forderung soll aber nur ein schneller helfender Zwischenschritt sein.
Für die Zukunft fordern wir eine Weiter-Entwicklung der Werkstätten.
Aber nur mit uns Beschäftigten mit Behinderung zusammen.
Nicht über unsere Köpfe hinweg!
Wir unterstützen die Forderung von Werkstatträte Deutschland nach einem Basis-Geld für alle Beschäftigten in Werkstätten.
Hier findet ihr Infos zum Basis-Geld von Werkstatträte Deutschland.
http://www.basisgeld-jetzt.de

Wir sind guter Hoffnung gehört zu werden.
Den Rest zeigt die Zukunft.
Wenn es neue Entscheidungen geben sollte, werden wir euch selbstverständlich auch weiterhin auf dem Laufenden halten.

Hier findet ihr noch eine Erklärung zum Entgelt und unserem Positions-Papier.

Wenn ihr Werkstatträte in NRW seid und Hilfe braucht, dann meldet euch bei uns unter: info@nrw-werkstattraete.de

Gemeinsam sind wir stark!

Der Text wurde geschrieben von Ingo Plaßmeier, Delegierter der LAG Werkstatträte NRW

Wir machen uns stark für mehr Geld

Wir finden, es muss sich was für uns Beschäftigte in Werkstätten für Menschen mit Behinderung ändern.
Für die Zukunft unterstützen wir die Forderung von Werkstatträte Deutschland e.V. nach einem Basisgeld.
Hier findet ihr mehr dazu: https://www.basisgeld-jetzt.de/

Aber:

Bis vielleicht das Basisgeld kommt, dauert es bestimmt noch mehrere Jahre.
So lange wollen und können wir nicht warten.
Deswegen fordern wir für die Zwischenzeit schon kleinere Verbesserungen für uns Beschäftigte.

Deshalb haben wir in der LAG Werkstatträte NRW unser Positionspapier Arm trotz Arbeit geschrieben.

Wir fordern unter anderem:

Das Arbeits-Förderungs-Geld von 52 Euro soll auf 178 Euro erhöht werden.
Das bedeutet: Der gesamte Grundbetrag von bald 126 Euro pro Monat plus
die 52 Euro vom jetzigen Arbeits-Förderungs-Geld werden vom Staat übernommen.
Zusätzlich soll die Begrenzung von 299 € bei der Auszahlung des Arbeits-Förderungs-Geldes aufgehoben werden.
Das hat zur Folge, dass die Werkstätten einen höheren Steigerungs-Betrag auszahlen können.

Hier findet ihr unser ganzes Positionspapier:

Gemeinsam sind wir stark !

Energie-Entlastungs-Paket: Mehr Geld für uns Beschäftigte

Alles wird teurer.
Manchmal haben wir einfach nur dieses Gefühl,
und manchmal ist das Problem tatsächlich da.
In diesen Zeiten der Energieknappheit wird jedem von uns vor Augen geführt,
wie viel miteinander zusammenhängt.
Öl und Gas sind knapp, das hat sich herumgesprochen.
Aber es fehlt auch an Getreide, an Düngemitteln und vielem mehr.
Der heimische Bauer muss nicht nur sein Vieh füttern,
sondern auch seine Felder düngen, seinen Trecker betanken.
Und schon können wir uns nur noch die Hälfte Butter leisten.
Passt das jetzt, da wir uns auch nur noch ein halbes Brot leisten können? NEIN!

Die Regierung arbeitet beizeiten langsam, aber sie arbeitet.
Und wir von der LAG Werkstatträte NRW sind sehr froh euch eine gute Nachricht mitteilen zu können.

Am 31. Mai 2022 wurde auf dem Werkstätten:Tag 2022 in Saarbrücken durch den Staatssekretär des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) Herr Dr. Schmachtenberg verkündet:
Es gibt die Energiekosten-Pauschale auch für Beschäftigte in Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM).
Auch die Bundesarbeitsgemeinschaft der Werkstätten für behinderte Menschen (BAG WfbM) hat die bestätigt.
Das bedeutet:
Geplant ist, dass wir Beschäftigten im Herbst 2022 einen Zuschuss in Höhe von 300 Euro bekommen.
Das Geld wird über die Werkstätten ausbezahlt.

Es kann dann aber passieren, dass wir später eine Steuer-Erklärung für 2022 machen müssen.

Es sind einfach doch noch einige Fragen offen.

Zusätzlich bekommen die Grundsicherungs-Empfänger im Juli auch noch eine weitere Hilfe.
Die Grundsicherungs-Empfänger bekommen im Juli zusätzlich 200 Euro.
Diese sollen dann über die Grundsicherungs-Ämter ausgezahlt werden.
Beide Zahlungen werden nicht miteinander verrechnet und sie werden auch nicht auf die Grundsicherung angerechnet.
Somit soll sichergestellt sein,
dass das Geld auch wirklich bei uns behinderten Menschen ankommt.

Wir Werkstatträte finden das erstmal eine gute Sache.

Trotzdem sollten sich in Zukunft noch mehr ändern.
Denn die Preise werden wahrscheinlich noch weiter steigen.

Ein Text von Ingo Plaßmeier, Delegierter der LAG WR NRW

Vorstands-Wahlen von Werkstatträte Deutschland

Wir haben wunderbare Nachrichten:

Vom 23. Mai 2022 bis zum 25. Mai 2022 hat die Mitglieder-Versammlung von Werkstatträte Deutschland e.V. stattgefunden.

Dabei wurde auch ein neuer Vorstand gewählt.

Die LAG WR NRW haben die beiden Kandidaten Max Haberland und Lulzim Lushtaku für den Vorstand von Werkstatträte Deutschland ins Rennen geschickt.

Am 23. Mai 2022 fand am Nachmittag die Vorstellung der insgesamt 12 Kandidaten für die Wahl zum Vorstand statt.

Max Haberland und Lulzim Lushtaku haben sich beide super vorgestellt und klar gemacht, warum sie in den Vorstand gewählt werden möchten.

Am 24. Mai 2022 fand dann die Wahl statt.

Es gab insgesamt 16 Stimmzettel.

Aus jedem Bundesland konnte nur 1 Person wählen,

es gab also für jedes Bundesland nur 1 Stimmzettel.

Man konnte aber für 5 Kandidaten stimmen, da der Vorstand aus 5 Personen besteht.

Das kennen wir ja schon aus der Wahl zum Werkstattrat.

Lulzim Lushtaku hat aus 13 Bundesländern eine Stimme bekommen und ist auf Platz 1 bei der Wahl gelandet.

Max Haberland hat leider nicht so viele Stimmen bekommen.

Wir haben deswegen folgende Rückmeldung aus den anderen Bundesländern bekommen:

Sie waren von Max Haberland und Lulzim Lushtaku total begeistert,

aber da beide aus NRW kommen,

haben sie sich leider für einen Kandidaten entscheiden müssen.

Unter folgenden Link könnt ihr euch anschauen, wer jetzt im Vorstand von Werkstatträte Deutschland ist.

Hier klicken: Neuer Vorstand bei Werkstatträte Deutschland

Ende Juni findet dann die 1. Sitzung des Vorstandes statt.

Dann wird auch ein neuer Vorsitzender des Vorstandes gewählt.

Wir können also gespannt sein, wie es weiter geht.

NRW ist auf alle Fälle weiterhin im Vorstand vertreten.

Ein Text von Tanja Lohmeier, Vorsitzende der LAG WR NRW

Werkstätten Tag 2022 in Saarbrücken

Unter dem Motto “Neue Wege gehen” stand der diesjährige Werkstätten-Tag vom 31. Mai bis 2. Juni in Saarbrücken ganz im Fokus des digitalen Wandels. Zur Begrüßung sprachen Anke Rehlinger, Ministerpräsidentin des Saarlandes, Uwe Conradt, Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Saarbrücken, Dr. Rolf Schmachtenberg, Staatssekretär Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) und Martin Berg, Vorsitzender BAG WfbM.
Alle waren sich einig, dass behinderte Menschen mehr Anerkennung brauchen und alle vollstes Verständnis für unsere Situation haben. 

Herr Dr. Weber präsentierte die Gewinner der Preise “exzellent:arbeit”, die Pfennigparade WKM GmbH aus München mit ihrem Arbeitsbereich „INCLU Skateboards“ und “exzellent:bildung”, die Lebenshilfe – Werkstätten Leverkusen/Rhein-Berg gGmbH mit ihrem Gewaltschutzkonzept mit dem Titel „Hinsehen – Achtsam sein – Gemeinsam stark!“

Im Programm wurden etwa 50 Fachvorträge für die Besuchenden angeboten, aus denen  sich bis zu 3 Vorträge für jeden Besuchender wählen ließen. Selbstverständlich war die LAG Werkstatträte NRW auch mit  mehreren Delegierten vertreten. Teilweise sogar als Referent zu  bestimmten Themen. Frank Szypior stellte zum Beispiel zur Diskussion, ob Werkstatträte bei Bewerbungs-Gesprächen vom Fachpersonal anwesend sein sollten.

Ergänzt wurden die Vorträge durch die Ausstellung “Digitaler Wandel in den Werkstätten” in der Congress-Halle Saarbrücken.
Die Ausstellung beinhaltete von Assistenz-Robotern bis zu Augmented-Reality-Brillen diverse technische Innovationen und anderen Neuigkeiten. Eine Augmented-Reality-Brille bedeutet, dass man alle zu erledigenden Arbeitsschritte am Arbeitsplatz wie vor einem projiziert oder gezeigt werden. Das ist Arbeiten in Zukunft finden wir.

Der nächste Werkstätten Tag findet 2024 in Lübeck statt.

 Text von Ingo Plaßmeier, Delegierter der LAG Werkstatträte NRW

Einen Film von Sascha Mysliwec, Delegierter der LAG Werkstatträte NRW mit Einblicken in den Werkstätten-Tag gibt es auf Youtube:

https://youtu.be/UknCVv0eo4o

Es sind auf dem Bild links Sascha Mysliwec zu sehen und rechts Ingo Plassmeier.

Netzwerk-Tagung der Werkstatträte und Frauenbeauftragten der Werkstätten

      

Am vergangenen Mittwoch lud die Landesbehinderten- und -patienten-Beauftragte Claudia Middendorf zur landesweiten Netzwerk-Tagung der nordrhein-westfälischen Werkstatträte und Frauenbeauftragte der Werkstätten nach Düsseldorf ein.

Knapp 350 Gäste folgten der Einladung und diskutierten mit ihr über aktuelle landespolitische Themen, die Entgeltsituation in Werkstätten und die Arbeit der Frauenbeauftragten.

Insbesondere wurde über die Rechte der Frauenbeauftragten und die Selbstbestimmung von weiblichen Mitarbeiterinnen in Werkstätten für Menschen mit Behinderungen gesprochen.

Nach einer kurzen Einführung durch Claudia Middendorf stellte die Vorsitzende der LAG Werkstatträte Tanja Lohmeier das Positionspapier „Arm statt Arbeit“ vor, mit dem sich die Werkstatträte für eine bessere Bezahlung der Beschäftigten einsetzen.

Im weiteren Verlauf berichteten Nicole Burek vom Vorstand des Bundes-Netzwerkes für Frauen-Beauftragte in Einrichtungen und Marie-Luise Schulze-Jansen vom Referat Behindertenhilfe des Caritasverbandes des Erzbistums Paderborn über die Arbeit der Frauenbeauftragten in Werkstätten.

Außerdem informierten Elena Doudis und Ronja Runge über das Projekt SiStaS (Sicher. Stark. Selbstbestimmt) für Frauen-Beauftragte in Nordrhein-Westfalen und Dr. Rosa Schneider über die inklusive Weiterbildung „WenDo“, die sich mit den Themen Selbstbehauptung und Selbstverteidigung befasst.

Claudia Middendorf, die Beauftragte der Landesregierung für Menschen mit Behinderung sowie für Patientinnen und Patienten, sagte danach:

„Mir war es ein persönliches Anliegen, den Werkstatträten und Frauenbeauftragten eine Wertschätzung für ihre Arbeit entgegenzubringen und ihnen zu zeigen, dass ihre Anliegen ernst genommen werden. Ich freue mich, dass so viele Gäste meiner Einladung gefolgt sind. Den gemeinsamen Dialog und die Netzwerkarbeit mit den Werkstatträten und Frauenbeauftragten halte ich für besonders wichtig. Sie sind die Mitarbeitervertretungen der Menschen mit Behinderungen in Werkstätten. Ich freue mich, dass sie zunehmend in die betrieblichen Entscheidungen der Werkstätten für Menschen mit Behinderungen eingebunden werden und hoffe, dass ihr Einfluss noch weiter zunehmen wird.“

Der Werkstattrat ist die Interessenvertretungen ähnlich wie der Betriebsrat der Beschäftigten im Arbeitsbereich der Werkstätten für Menschen mit Behinderungen. In NRW gibt es insgesamt 118 Werkstätten für Menschen mit Behinderung. Weitere Informationen dazu finden Sie unter http://www.werkstatträte-deutschland.de/.

Dieser Text kommt aus dem Büro von Claudia Middendorf.

Die Rechte des Fotos liegen bei Claudia Middendorf.

Auf dem Foto sind folgende Personen zu sehen (von links nach rechts): Claudia Middendorf (Landesbeauftragte), Thomas Lück (MAGS NRW), Ronja Runge und Elena Doudis (NetzwerkBüro Frauen und Mädchen mit Behinderung), Kim Siekierski (MAGS NRW), Dr. Rosa Schneider (Zentrum für inklusive Bildung und Beratung), Tanja Lohmeier (Vorsitzende der LAG Werkstatträte), Marie-Luise Schulze-Jansen (Caritasverband für das Erzbistum Paderborn), Nicole Burek (Bundes-Netzwerkes für Frauen-Beauftragte in Einrichtungen) und Theresa Ehlen (Geschäftsstelle der LAG Werkstatträte)

Die Rechte an dem Fotos liegen bei Claudia Middendorf.

Rahmen-Vereinbarung über Qualitäts-Sicherung und Gewalt-Schutz

Die LAG der Werkstatträte in NRW hat zusammen mit vielen anderen Partnern eine
Rahmen-Vereinbarung erarbeitet und unterschrieben.
Es geht um eine Vereinbarung für mehr Schutz vor Gewalt in Werkstätten und dass in Werkstätten gute Arbeit gemacht wird.
Das nennt man auch Qualitäts-Sicherung.
Jeder Werkstattrat kann allein oder mit der Werkstatt dieser Vereinbarung beitreten.
Diese Vereinbarung wurde an alle Werkstatträte in NRW per E-Mail verschickt.
Ihr könnt euch die Unterlagen hier aber noch einmal herunterladen.

Text ist von: Tanja Lohmeier – Delegierte der LAG Werkstatträte NRW

Gegen das Corona-Virus geimpft – Was jetzt?

Die Landes-Arbeits-Gemeinschaft der Werkstatträte in NRW (LAG WR NRW) hat sich bei der Politik erfolgreich dafür eingesetzt,
dass alle in der Werkstatt für Menschen mit Behinderung (WfbM) geimpft werden können.
Die Beschäftigten und Mitarbeiter in der Werkstatt haben ein Impf-Angebot erhalten.
Die Hoffnung bei vielen Kollegen in den Werkstätten auf ein baldiges Ende der Corona-Schutzmaßnahmen ist sehr groß.
Seit über 1 Jahr dauert die Corona-Pandemie schon an.
Man hat keine Lust mehr auf den grauen und tristen Arbeits-Alltag zwischen Abstand und Masken.
Alle wünschen sich die Rückkehr in die Normalität.
In vielen Werkstätten für Menschen mit Behinderung stehen bald die Termine für die 2. Impfung an.
Oder sie haben die 2. Impfung schon bekommen.
Darum ist es auch kein Wunder, dass sich immer mehr Werkstatträte die Frage stellen:
Wie geht es jetzt nach der 2. Impfung weiter?
Diese Frage und viele andere Fragen beschäftigen die Werkstatträte in ganz NRW.
Auch die Delegierten der LAG WR NRW beschäftigen sich mit diesen und anderen Fragen.

Folgende Fragen beschäftigen uns im Moment:

  1. Wie geht es weiter? Wie lange hält der Impfschutz, wenn ich die Impfung erhalten habe?
  2. Wie lange bleiben die Maßnahmen in der WfbM erhalten? Müssen wir weiter Abstand halten und Maske tragen?
  3. Gibt es Lockerungen?
  4. Was bedeutet das für unsere Wahlen für den neuen Werkstattrat in den Werkstätten?
    Wie können die Kandidaten in der Werkstatt bekannt gemacht werden?
    Wie können die Kandidaten den Wahlkampf machen? Wie kann gewählt werden?
  5. Was bedeutet das für Werkstattversammlungen?

Geschrieben von: Lulzim Lushtaku – Delegierter der LAG WR NRW

8. Online-Werkstatträte-Konferenz NRW am 16. März 2021

Bei der 8. Online-Werkstatträte-Konferenz waren 101 teilnehmende Computer eingewählt.


Gäste waren:
– Frau Dicke, Herr Lück und Frau Weidemann aus dem Ministerium für Arbeit Gesundheit und Soziales NRW.
– Claudia Middendorf, die Beauftragte der Landesregierung NRW für Menschen mit Behinderung sowie Patientinnen und Patienten.
– Dr. Michael Weber der Vorsitzende der Landesarbeitsgemeinschaft der Werkstätten und Geschäftsführer vom Heilpädagogischen Zentrum Krefeld.
– Herr Fonck vom Landschaftsverband Rheinland.
– Frau Schulze-Jansen, die Koordinatorin der Caritas Landesarbeitsgemeinschaft Werkstatträte.

Die Themen waren die aktuelle Impf-Situation und die Testungen in den Werkstätten.
Ute Wegner und Lulzim Lushtaku begrüßen alle Teilnehmer der Online-Werkstatträte-Konferenz.
Dann übernahm Claudia Middendorf das Wort.
Sie hat nochmal die Werkstatträte dafür gelobt,
dass sie sich digital gut aufgestellt haben.
Sie hat auch die Arbeit der Werkstätten besonders dafür gelobt,
dass sie die Impfungen gut organisiert haben.
Sie erzählte, dass das Impfen mit dem Impf-Stoff AstraZeneca erst mal gestoppt wurde,
weil einige Menschen davon sehr krank geworden sind.
Wie es mit dem Impfen mit AstraZeneca weiter geht,
wird am 18. März 2021 entschieden.
Danach folgte ein Film zum Thema Impfen in leichter Sprache.
In diesem Film wurden alle Themen erklärt rund um die Impfung.
Kostet die Impfung was? Wo werde ich geimpft? Muss ich mich impfen lassen?

Dann erzählte uns Frau Weidemann etwas über die aktuelle Situation zum Thema Impfen.
Sie sagte, dass das Paul-Ehrlich-Institut in Hamburg die Aufgabe hat
die Wirksamkeit und Nebenwirkungen von Impf-Stoffen zu überwachen und zu prüfen.
Das Paul-Ehrlich-Institut berät das Gesundheitsministerium in Berlin.

In den Werkstätten wird nicht mehr mit AstraZeneca geimpft.
Es wird eine schnelle Lösung im Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales in NRW gesucht.
Es wurde nach unserer Konferenz entschieden,
dass ab dem 19. März in den Werkstätten mit dem Impf-Stoff Moderna geimpft wird.
Es soll schnell weiter geimpft und ausgefallene Impf-Termine nachgeholt werden.

Dann wurde die Frage-Runde eröffnet.
Die Werkstatträte hatten viele Fragen.
Die wichtigsten Fragen waren:
Wer für Impf-Schäden aufkommt?
Da die Impfung vom Land ausgeht, kommt das Land NRW dafür auf.

Wie geht es mit dem Impf-Stoff AstraZeneca weiter?
Das wurde am 18. März 2021 entschieden: es geht weiter mit AstraZeneca!

Viele Werkstatträte hat auch die Frage beschäftigt,
ob man in einem Impfzentrum mit einem anderen Impfstoff geimpft werden kann.
Wir haben darüber gesprochen, dass es auch im Impf-Zentrum oder bei den Haus-Ärzten keine Wahlfreiheit gibt.

Viele hat auch die Frage beschäftigt, wie die Impf-Aufklärung in den Werkstätten laufen kann.
Die Diskussion zu diesem Thema war sehr lebhaft.
In manchen Werkstätten wurden Aufklärungs-Bögen verschickt.
Es wurde aber auch darauf hingewiesen,
dass die Aufklärung von der Werkstatt nicht direkt gemacht werden kann.
Es haben nur Ärzte das nötige Fachwissen.

Nachdem wir das Thema Impfen abgeschlossen haben,
wurde über das Thema Testungen in den Werkstätten gesprochen.
Hier wurde darüber diskutiert,
dass die Schnell-Tests in den Werkstätten noch eine Zeitlang weitergehen.
Die Abstand-Regelung und Masken-Regelung wird es auch weiterhin geben.
Es ist auch ganz wichtig, dass den Beschäftigten in der Werkstatt das Testen empfohlen wird.
Die Werkstatt darf kein Betretungs-Verbot aussprechen,
wenn Beschäftigte die Testung verweigern.

Nachdem wir dieses Thema abgeschlossen hatten,
erinnerte Frau Dicke nochmal an die Rahmen-Vereinbarung zum Thema Gewalt-Schutz in den Werkstätten in NRW.
Wer die Rahmen-Vereinbarung noch nicht unterschrieben hat,
sollte nochmal mit den Geschäftsführungen sprechen um diese noch zu unterschreiben.

Es gab viele Fragen zum Thema Impfungen und Testungen in den Werkstätten.
Diese Fragen wurden im Chat und kleinen Austausch-Gruppen diskutiert.

Nachdem wir die Diskussion und Frage-Runde beendet haben,
haben wir dann noch die Gäste verabschiedet.

Es war eine schöne und informative Video-Konferenz.

Geschrieben von: Sascha Mysliwec – Delegierter der LAG WR NRW

7. Online-Werkstatträte-Konferenz NRW am 2. Februar 2021

Am 2. Februar 2021 fand die 7. Online-Werkstatträte-Konferenz der LAG WR NRW statt.
Das Interesse an der Video-Konferenz war sehr groß.
Es wählten sich über 100 Teilnehmer mit ihren Computern ein.
Weitere Teilnehmer haben darauf gewartet, an der Video-Konferenz mit teilzunehmen.
Leider war die Anzahl auf 100 Teilnehmer begrenzt.
Die LAG WR NRW wird versuchen, dass die Teilnehmerzahl bis zur nächsten Video-Konferenz erhöht wird.

Die Themen waren:
• Impfungen für Menschen mit Behinderung gegen das Corona-Virus,
• Entgelt in den Werkstätten,
• Teilhabe am Arbeitsleben.

Joachim Klatte begrüßte als Delegierter der LAG WR NRW alle Teilnehmer der Video-Konferenz.
Als Gäste waren weiter mit dabei:
• Frau Middendorf als Landes-Behinderten-Beauftragte von NRW,
• Frau Wiesemann vom Landschafts-Verband Westfalen-Lippe (LWL),
• Herr Fonck vom Landschafts-Verband Rheinland (LVR),
• Frau Dicke, Frau Daniels-Haardt und Herr Lück vom Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales (MAGS) in NRW.

Ute Wegner als Vorsitzende der LAG WR NRW gratulierte Jürgen Linnemann, Delegierter der LAG WR NRW, mit einem digitalen Kurzvideo zum Geburtstag.
Die anderen Teilnehmer gratulierten ebenfalls.


Anschließend übernahm Frau Middendorf das Wort.
In ihrer Rede sprach sie vom digitalen Zeitalter.
Also die Möglichkeit die Werkstatträte-Konferenz oder die Werkstattrat-Sitzung als Video-Konferenz zu machen.
Sie lobte die Werkstatträte dafür, dass so viele an der Video-Konferenz teilnehmen.
Sie befürwortete auch, dass es kein weiteres Betretungs-Verbot für die Werkstätten gibt.
Da es für die Beschäftigten in der Werkstatt wichtig ist, arbeiten zu können.


Lulzim Lushtaku ist als Delegierter neu in der LAG WR NRW.
Er ist vor kurzem erst nachgerückt.
Lulzim Lushtaku führte als Moderator weiter durch die Video-Konferenz und übergab Ute Wegner das Wort.


Ute Wegner stellte den Werkstatträten einen Brief von den Landschafts-Verbänden LWL und LVR vor.
In dem Brief ging es um verschiedene Möglichkeiten, wie man Menschen trotz der Corona-Pandemie Arbeit ermöglichen kann.
Das nennt man auch Teilhabe an Arbeit.

Es gibt diese 3 Möglichkeiten der Teilhabe an Arbeit:

  1. von zu Hause
    Man kann also von zu Hause aus arbeiten.
  2. in der Werkstatt
    Man arbeitet ganz normal in der Werkstatt
  3. in der Wohnstätte / Wohnheim
    Man arbeitet in der Wohnstätte oder im Wohnheim.

Das fanden alle gut.
Durch diese Möglichkeiten sind weniger Beschäftigte in den Werkstätten.
Es sitzen auch weniger Menschen in den Fahrzeugen vom Fahrdienst, die die Beschäftigten zur Werkstatt fahren.
Trotzdem müssen alle Beschäftigten FFP2 Masken tragen.
Es fänden alle gut, wenn es die Masken kostenlos gäbe.

Anschließend hielt Jürgen Kröger, Delegierter der LAG WR NRW, einen Vortrag zum Thema Entgelt.
Er sagte, dass die Löhne in den Werkstätten nicht gekürzt werden dürfen.
Es darf auch kein Geld aus den Rücklagen der Werkstatt genommen werden.
In dem Vortrag wurde auch darüber berichtet, dass der Bund auf einen Teil der Ausgleichs-Abgabe verzichtet.


Dann folgte das Thema Impfung gegen das Corona-Virus.
Es wurde mit den Gästen vom MAGS NRW darüber diskutiert, wie es mit den Impfungen in den Werkstätten aussieht.
Dazu kamen Ideen, wie zum Beispiel, dass Mobile Teams in die Werkstätten zum Impfen kommen.
Gemeinsam wurde auch überlegt, dass alle die Informationen zum Thema Impfen verstehen müssen.
Es soll sie zum Beispiel in Leichter Sprache oder auch in Gebärden-Sprache geben.
Nur wer gut informiert ist, braucht dann keine Angst vor dem Impfen zu haben.
Joachim Klatte stellte das Forderungs-Papier der LAG WR NRW zum Thema Impfen vor.
Ute Wegner übergab symbolisch das Forderungs-Papier der LAG WR NRW an Frau Middendorf und den Gästen aus dem MAGS.

Das Forderungs-Papier hat folgenden Inhalt:

Forderung: Impfstrategie für WfbM in NRW

Wir, die Landesarbeitsgemeinschaft der Werkstatträte NRW fordern:

  1. Alle Beschäftigten der WfbM in NRW werden in den WfbM von Mobilen Impfteams geimpft.
  2. Alle Beschäftigten der WfbM in NRW werden während der zweiten Phase der Impfstrategie NRW geimpft, ohne Betrachtung ihrer Behinderung.
  3. Das Impfen in den WfbM ist für alle Beschäftigten freiwillig.

Hier ist die Forderung zum herunterladen.

Nachdem das Papier übergeben wurde, wurden wir von Frau Middendorf gelobt.
Sie sagte, dass das Forderungspapier richtig gut ist.
Uns wurde auch gesagt, dass es auch bald Unterlagen in Leichter Sprache geben wird.

Bei der Vorbereitung für die Video-Konferenz ist den Delegierten folgendes aufgefallen:
Bei einer Video-Konferenz können sich die Werkstatträte gar nicht untereinander austauschen.
Darum wurden die Werkstatträte in kleinere Video-Konferenzen verschoben.
Diese werden auch Gruppenräume genannt.
Die Gruppenräume wurden jeweils von 2 Delegierten der LAG moderiert.
Zum größten Teil kam in der Diskussion die Sorge mit der Frage: „Wird mein Lohn in der Werkstatt weiter gezahlt?“ auf.

Es war wieder eine sehr gute Werkstatträte-Konferenz.
Die LAG WR NRW weitere Online-Werkstatträte-Konferenzen für die Werkstatträte in NRW planen und durchführen.

Geschrieben von: Sascha Mysliwec – Delegierter der LAG WR NRW