Forderungen zur Behinderten-Rechts-Konvention in NRW

Gemeinsam mit mehreren Selbsthilfe Verbänden haben wir verschiedene Forderungen erstellt.
Wir fordern eine schnelle Umsetzung der Behinderten-Rechts-Konvention (BRK) der Vereinten Nationen (UN) in NRW.

Den Text mit den Forderungen findet ihr hier: Umsetzung-UN-BRK-jetzt-Gemeinsame-Forderungen Verbände für Menschen mit Behinderung NRW_2024

Zur Erklärung:
Letztes Jahr wurde Deutschland durch die Vereinten Nationen geprüft
und wie erwartet gab es Verbesserungs-Vorschläge für Deutschland.
Es gibt in NRW ein Projekt, was die Umsetzung der Behinderten-Rechts-Konvention in NRW begleiten soll.
Das Projekt liegt beim Deutschen Institut für Menschenrechte.

Wir machen uns stark für euch!

5. Werkstatträte-Konferenz NRW

Gewalt behindert!
Gemeinsam gegen Gewalt – Wir lassen uns nichts gefallen.
Am 29.08.2023 in Münster-Hiltrup war es endlich wieder so weit.
Nach der langen Corona-Pause fand wieder eine Konferenz von uns Werkstatträten in Nordrhein-Westfalen in Präsenz statt.
460 Werkstatträte, Assistenzen und Gäste aus der Politik waren erschienen,
um sich auszutauschen.
Das Thema dieser Veranstaltung war ganz klar die Vorbeugung vor Gewalt,
also das so genannte Gewaltschutz-Konzept.

Ein Video zur Konferenz finden Sie auf unserem YouTube-Kanal unter:
https://youtu.be/yKLWjGj_4ws
Nachdem die Vorsitzende Tanja Lohmeier alle Anwesenden begrüßt hat,
folgten Grußworte unseres Ministers Karl-Josef Laumann vom Ministerium Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW (MAGS).
Auch Claudia Middendorf, die Beauftragte der Landesregierung für Menschen mit Behinderung und Patientinnen und Patienten NRW fand ermunternde Worte für uns Werkstatträte.
Im Anschluss folgten Grußworte von Anja Kott aus dem Sprecherrat der LAG Werkstaträte NRW.
Sie betonte klar die Wichtigkeit des Gewaltschutzes in unseren Werkstätten.

Nun begann der erste Vortrag über die Grundlagen des Gewaltschutzes von Tanja Lohmeier, Ingo Plaßmeier, Frank Szypior und Silke Kniest,
den Delegierten der LAG Werkstatträte NRW.
Hier ging es darum, Aufmerksamkeit zu fordern und zu fördern.
Es ist wichtig auch bei unbeabsichtigter Gewalt,
wie es zum Beispiel bei einigen Grenzverletzungen der Fall ist, trotzdem genau hinzuschauen.
Außerdem fordern wir einheitliche Regelungen in unseren Werkstätten in NRW.

Danach kamen die Delegierten Bernd Göpel, Joachim Gerlach und Alexandra Fee Widmaier zu Wort.
In ihrem Vortrag ging es um die Vorstellung des Positions-Papiers zum Gewaltschutz der LAG WR NRW.
Sie erläuterten in einem Rollen-Spiel das Positionspapier, in dem die LAG klare Stellungen und Forderungen an den Gewaltschutz stellt.

Das Positions-Papier der LAG WR NRW zum Gewaltschutz finden Sie hier:
2023_8_1 Forderungen zum Thema Gewaltschutz in WfbM
Nach einer kurzen Pause mit Musik von Leonardo Brinkhoff,
ging es dann in die Podiums-Diskussion.
Die Gäste der Diskussions-Runde waren:
Thomas Wallenhorst, Landesinitiative Gewaltschutz NRW, Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales (kurz MAGS),
Dr. Dieter Schartmann, Landschafts-Verband Rheinland (kurz LVR),
Ralph Peya, Landschafts-Verband Westfalen-Lippe (kurz LWL),
Marie-Luise Schulze-Jansen, Koordinatorin der Caritas Werkstatträte und Frauenbeauftragten NRW,
Ernst-Wilhelm Rahe, Freie Wohlfahrtspflege NRW, Fachreferent für Gewaltschutz,
Günter Garbrecht, Vorsitzender der Experten-Kommission „Herausforderndes Verhalten und
Gewaltschutz in Einrichtungen der Behindertenhilfe“,
Claudia Seipelt-Holtmann, Sprecherin des Netzwerkes für Frauen und Mädchen mit Behinderung und chronischen Erkrankungen e.V.
sowie Frank Szypior und Tanja Lohmeier für die LAG Werkstatträte NRW.

Nach dem Mittagessen konnte bei einer 2. Runde mit den Gästen das Publikum Fragen stellen.

Im Anschluss gab es dann einen Ausblick von unserem Sprecherrat Jürgen Kröger.
Er erwähnte, dass die Landesinitiative Gewaltschutz sich einen 99-Punkte-Plan überlegt hat, den es jetzt umzusetzen gilt.
Es muss um die Verbesserung der gesundheitlichen Versorgung gehen.
Auch schilderte er, dass unser Recht auf Arbeit wichtig ist und wir keine Schließung der Werkstätten in der Zukunft sehen.
Es ist aber auch wichtig, eine Verbesserung des Übergangs auf den allgemeinen Arbeitsmarkt zu erreichen.

Tanja Lohmeier fand noch schöne Worte zum Abschied dieser gelungenen Veranstaltung.
Besonderer Dank ging dann auch an Moderator Heinz-Jürgen Uffmann, der durch die Veranstaltung geführt hat,
sowie an unsere Kollegin Theresa Ehlen,
die sich sehr erfolgreich in die Organisation dieser Konferenz eingebracht hat.

Alles in allem sind wir von der LAG sehr zufrieden,
dass diese Veranstaltung so viel Anklang gefunden
hat und wir wieder mit sehr vielen Werkstatträten in Kontakt kommen konnten.

 

Ein Bericht von Ingo Plaßmeier, Delegierter der LAG WR NRW

Start der Landes-Initiative zum Gewaltschutz in NRW

Heute Morgen am 27. September 2022 fand in Düsseldorf die Auftakt-Veranstaltung zur neuen Landes-Initiative Gewaltschutz in NRW statt.

Mit der Landes-Initiative Gewaltschutz in NRW sollen Menschen mit Behinderungen in Einrichtungen der Behindertenhilfe besser vor Gewalt geschützt werden.

Viele verschiedene wichtige Gruppen und Institutionen wollen gemeinsam in den nächsten Jahren besser zusammenarbeiten und den Schutz vor Gewalt verbessern.

In allen Einrichtungen der Behindertenhilfe, also auch den Werkstätten für Menschen mit Behinderungen.

Tanja Lohmeier und Katrin Dörfler haben  ein Grußwort gehalten und auf Probleme hingewiesen.

Alle wichtigen Gruppen haben anschließend gemeinsam eine Absicht-Erklärungen dazu unterschrieben.

Tanja Lohmeier hat für die LAG Werkstatträte NRW ebenfalls unterschrieben.

Hier findet man mehr zu der Veranstaltung und weiteren Hinweisen:

https://www.mags.nrw/gewaltschutz-einrichtungen-der-behindertenhilfe

Wir von der LAG Werkstatträte NRW sagen:

Wir freuen uns auf die gute Zusammenarbeit in der Landesinitiative.

Denn: Gewalt passiert, bewusst oder unbewusst, auch in der Werkstatt.

Über das Thema Gewalt darf NICHT länger geschwiegen werden.

Es MUSS mit ALLEN offen darüber geredet werden!!!

Nichts über uns – ohne uns!!!

Gemeinsam gegen Gewalt

Es ist der 1. September 2022 in einem Hörsaal der Fachhochschule Dortmund.
Die Reihen sind prall gefüllt.
Bereits nach 3 Tagen waren sämtliche Plätze restlos ausgebucht.
Die Wichtigkeit dieser Veranstaltung ist jedem bewusst.

Es geht um den Schutz vor Gewalt in unseren Werkstätten.
Es geht nicht nur darum Gewalt zu bekämpfen,
sondern darum diese gar nicht erst entstehen zu lassen.
Es geht darum zu wissen, was Gewalt überhaupt ist.
Wie entsteht sie? Wie zeigt sie sich?
Warum ist sie manchmal gar nicht so offensichtlich, wie es auf den ersten Blick erscheint?
Alle diese Punkte sollen auf dem Fachtag angesprochen werden.

Moderiert wird diese Veranstaltung von Dr. Michael Weber von der LAG WfbM.
Er setzt sich kritisch mit diesem Thema auseinander.
Zum Auftakt geben uns die Sozialwissenschaftlerin Prof. Dr. Katja Nowacki und der Sozialwissenschaftler Prof. Dr. Michael Boecker Einblicke auf dieses Thema aus wissenschaftlicher Sicht.
Sozialforscher Dr. Thomas Hoebel ergänzt:
Gewalt entsteht nicht nur weil Menschen grundsätzlich böse sind,
sondern oftmals weil die Gegebenheiten, das Arbeitsumfeld,
die Arbeitssituation Menschen in die falsche Richtung lenken können.
Nur wenn man diese Gesichtspunkte berücksichtigt, kann man gezielt gegen Gewalt angehen.

Aus der Politik berichtet Udo Diel (Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales MAGS) über die Zusammenarbeit von Politik, Sozial- und Landschaftsverbänden.

Der lebendigste Beitrag kommt dann aus der Basis. Von unseren Kolleginnen Tanja Lohmeier und Katrin Dörfler.
Die beiden Werkstatträtinnen berichten von Gewalt aus der Sicht der LAG WR NRW, aus der Sicht von Werkstatträten, aus der Sicht von uns behinderten Menschen.
Die Präsentation der beiden engagierten Frauen ist sehr emotional formuliert und man erkennt sofort,
dass Gewaltschutz ein Thema ist, welches in den Werkstätten einen absolut wichtigen Stellenwert hat.
Es wird nichts beschönigt, es wird Klartext geredet.
Die Idee von Konflikt-Lotsen wird vorgestellt, von Menschen aus den eigenen Reihen, von Menschen mit Behinderungen, die sich für andere Behinderte stark machen möchten.
Dieses Thema findet unter den Besuchern große Aufmerksamkeit und wird diskutiert.
Der Applaus am Ende des Vortrags gibt den beiden Werkstatträtinnen Recht und zeigt,
dass wir Werkstatträte gehört werden.

Im Anschluss gibt es Workshops, die sich mit verschiedenen Themen auseinandersetzen.
• Die Entwicklung und Umsetzung von Gewaltschutz,
• die Zusammenarbeit mit der Regierung,
• die Ergebnisse und Erfahrungen von bestehenden Konzepten.

Am Ende dieses langen Tages steht eines fest:
Einige Punkte sind bekannt, einige Punkte sind neu, einige Punkte muss man neu überdenken.
Wichtig ist, dass dieses Thema immer aktuell bleiben muss.
Klar ist: Es ist keine Arbeit mit einem Ziel, sondern der Weg ist das Ziel.
Wir von der LAG WR NRW sind wie gewohnt weiterhin für euch da
und kämpfen für eure Rechte, euren Schutz und eure Sicherheit an euren Arbeitsplätzen.

Der Text wurde geschrieben von Ingo Plaßmeier, Delegierter der LAG Werkstatträte NRW